Bildung vorausgedacht
Der Prüfstand
An der Werkbank liegt ein Stück. Sie haben Waage, Messschieber, Magnet, Ultraschall und Röntgenfluoreszenz – und zwanzig Minuten Prüfzeit für alles zusammen. Am Ende geben Sie einen Befund ab und erfahren, was das Stück wirklich war.
Die acht Stücke
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Fall 01
Der Ruhige
Ein geprägter 100-g-Barren, ungeöffnet im Blister, mit beiliegendem Zertifikat. Nichts daran wirkt auffällig – und genau darum geht es beim ersten Fall.
- Deklariert
- FEINGOLD
- Feingehalt
- 999.9
- Gewicht
- 100 g
Fall 02
Der Dicke
Wieder ein geprägter 100-g-Barren, angeboten auf einem Kleinanzeigenportal. Die Waage sagt sofort: die Masse stimmt.
- Deklariert
- FEINGOLD
- Feingehalt
- 999.9
- Gewicht
- 100 g
Fall 03
Der teure Kern
Ein Kilobarren aus einem Nachlass. Gegossen, nicht geprägt, mit einem Prüfschein aus den Neunzigerjahren. Das ist der Fall, für den es diese Werkbank gibt.
- Deklariert
- FEINGOLD
- Feingehalt
- 999.9
- Gewicht
- 1000 g
Fall 04
Zu schwer
Eine Unzenmünze aus Feinsilber, lose in einer Kapsel, aus einem Konvolut vom Flohmarkt.
- Deklariert
- FEINSILBER
- Feingehalt
- 999
- Gewicht
- 1 oz
Fall 05
Papierform
Ein geprägter 50-g-Barren aus einem Privatverkauf, mit Blister und Zertifikat. Der Käufer möchte vor der Übergabe Sicherheit.
- Deklariert
- FEINGOLD
- Feingehalt
- 999.9
- Gewicht
- 50 g
Fall 06
Der Magnet
Ein quadratischer Münzbarren, angeblich eine Unze Feingold. Er klingt beim Auflegen erstaunlich schön.
- Deklariert
- FEINGOLD
- Feingehalt
- 999.9
- Gewicht
- 1 oz
Fall 07
Verwechselt
Ein gegossener 100-g-Barren mit der Punze PLATIN 999,5. Das Herstellerzeichen ist keinem bekannten Betrieb zuzuordnen.
- Deklariert
- PLATIN
- Feingehalt
- 999.5
- Gewicht
- 100 g
Fall 08
Gebraucht, nicht falsch
Ein 250-g-Gussbarren, Prägejahr 1998, jahrelang lose in einer Schublade. Der Besitzer hält ihn selbst für verdächtig, weil er so zerkratzt ist.
- Deklariert
- FEINGOLD
- Feingehalt
- 999.9
- Gewicht
- 250 g
Fall 01
Der Ruhige
Ein geprägter 100-g-Barren, ungeöffnet im Blister, mit beiliegendem Zertifikat. Nichts daran wirkt auffällig – und genau darum geht es beim ersten Fall.
- Deklariert
- FEINGOLD
- Feingehalt
- 999.9
- Gewicht
- 100 g
Messgeräte
20 minPrüfzeit übrigMessprotokoll
Noch nichts gemessen. Jedes Gerät antwortet auf genau eine Frage – die billigen oben erledigen die meisten Fälle.
Befund abgeben
Erst messen, dann entscheiden. Ein Befund ohne eine einzige Messung ist keiner.
Die Regeln der Werkbank
0 / 8
Jeder Fall hinterlässt einen Satz. Sie erscheinen hier, sobald der Fall richtig entschieden ist – vorweggenommen wären sie die Auflösung.
Fall 01 – noch nicht entschieden.
Fall 02 – noch nicht entschieden.
Fall 03 – noch nicht entschieden.
Fall 04 – noch nicht entschieden.
Fall 05 – noch nicht entschieden.
Fall 06 – noch nicht entschieden.
Fall 07 – noch nicht entschieden.
Fall 08 – noch nicht entschieden.
Die zehn Geräte und ihre Grenzen
Jedes Verfahren beantwortet eine Frage vollständig und alle anderen gar nicht. Die Spalte rechts ist deshalb wichtiger als die Spalte links.
| Gerät | Misst | Prüfzeit | Grenze des Verfahrens |
|---|---|---|---|
| Feinwaage | Masse auf 0,01 g | 1 min | Sagt nur, wie schwer das Stück ist – nicht, woraus es besteht. |
| Magnettest | Ferromagnetismus | 1 min | Antwortet nur in eine Richtung: Haftet der Magnet, ist es kein Edelmetall. Haftet er nicht, ist nichts gesagt. |
| Messschieber | Außenmaße auf 0,05 mm | 2 min | Bei geprägten Stücken aussagekräftig, bei Gussbarren und Münzen mit Relief nicht – dort lässt sich aus den Maßen kein Volumen ableiten. |
| Klangprobe | Tonhöhe und Nachklang | 2 min | Hängt von Auflage, Form und Anschlag ab. Ein guter Hinweis, nie ein Beweis – und mancher Fremdwerkstoff klingt besser als das Original. |
| Sichtprüfung mit der Lupe | Prägung, Punzen, Oberfläche | 2 min | Beurteilt die Verarbeitung, nicht das Material. Ein sauber gearbeiteter Mantel sieht außen einwandfrei aus. |
| Verpackung & Zertifikat | Blister, Nummern, Papiere | 2 min | Papier und Kunststoff sind leichter nachzumachen als Metall – und ein echtes Zertifikat kann zu einem anderen Stück gehören. |
| Auftriebsmethode | Dichte über die Wasserverdrängung | 4 min | Misst das ganze Stück und ist damit sehr stark – aber Wolfram liegt nur 0,36 % unter Gold, und das trennt keine Waage. |
| Wirbelstromprüfung | Elektrische Leitfähigkeit in % IACS | 5 min | Erfasst je nach Frequenz und Werkstoff Zehntelmillimeter bis wenige Millimeter unter der Oberfläche – mehr als die Röntgenfluoreszenz, weit weniger als Auftrieb und Ultraschall. Werkstoffe mit ähnlicher Leitfähigkeit unterscheidet sie gar nicht: Platin und Palladium liegen beide bei rund 16 %. |
| Ultraschall-Laufzeit | Schallgeschwindigkeit im Material | 6 min | Misst durch das ganze Stück hindurch und ist deshalb der schärfste Test auf einen fremden Kern. Braucht eine ebene Ankoppelfläche. |
| Röntgenfluoreszenz | Elementzusammensetzung der Oberfläche | 6 min | Sieht nur die obersten Mikrometer. Ein Stück mit dickem Edelmetallmantel besteht diesen Test mühelos. |
KI-BildWas diese Station nicht ist
Woher die Zahlen kommen
Dichten, Schmelzpunkte, Schallgeschwindigkeiten und Leitfähigkeiten sind Stoffkonstanten aus der Standardliteratur; sie stehen mit denselben Werten in der Materialkunde. Die acht Stücke selbst sind erfunden – ihre Messwerte sind es nicht: wo ein Verbundkörper gemessen wird, liegt der Wert zwischen denen der beteiligten Werkstoffe.
Die Reihenfolge zählt
Waage und Magnet kosten zusammen zwei Minuten und erledigen die meisten Nachahmungen. Wer mit der Röntgenfluoreszenz anfängt, hat sechs Minuten ausgegeben und weiß nur etwas über die Oberfläche.
Zwei Größen sind frei, die dritte nicht
Masse, Volumen und Dichte hängen zusammen. Wer ein Stück aus einem anderen Werkstoff auf die richtige Masse bringt, muss beim Volumen abweichen – und umgekehrt. Nur Wolfram entkommt dieser Falle beinahe.
Oberfläche ist nicht Kern
Röntgenfluoreszenz und Wirbelstrom messen oberflächennah, Auftrieb und Ultraschall durch das ganze Stück. Diese Unterscheidung entscheidet vier der acht Fälle.
Die Edelmetall-Werkstatt vermittelt Wissen zu Werkstoffen, Handwerk und Geschichte. Es findet keine Beratung, keine Bewertung, keine Eignungsprüfung und keine Empfehlung durch die Plattform statt. Es werden keine Preise und keine Kursdaten genannt. Alle Rechen- und Simulationsmodule sind stark vereinfachte Modellrechnungen und keine Prognose; die tatsächliche Entwicklung kann davon abweichen. Der Fortschritt bleibt auf diesem Gerät und wird nirgendwohin übertragen.
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